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émin

2026-09-03 · 5 Min.

Ehering und Verlobungsring zusammen tragen: wie geht das?

Ehering und Verlobungsring zusammen tragen: wie geht das?

Nach der Hochzeit stellt sich für viele Paare eine praktische Frage, die vorher kaum jemand bedenkt: wie trägt man Ehering und Verlobungsring eigentlich zusammen, ohne dass sie sich gegenseitig im Weg sind oder unschön aussehen? Die kurze Antwort: der Ehering sitzt meist zuunterst, näher am Herzen, der Verlobungsring darüber, und wenn die beiden Formen nicht von selbst zusammenpassen, gibt es Lösungen wie den Kurven-Ring oder eine bewusste Metallwahl. Wir gehen das hier Schritt für Schritt durch.

Die übliche Reihenfolge am Finger

In der Schweiz, wie in den meisten westlichen Ländern, wandert der Ehering am Hochzeitstag an den linken Ringfinger, an dem meist schon der Verlobungsring sitzt. Die gängige Reihenfolge ist: der Ehering kommt zuerst auf den Finger und sitzt damit näher am Handrücken, also zuunterst, der Verlobungsring wird danach darüber gestreift und sitzt damit zuoberst, näher an der Fingerspitze. Der symbolische Gedanke dahinter: der Ehering, das eigentliche Trausymbol, liegt näher am Herzen. In der Praxis ist das aber vor allem eine Gewohnheit, keine Pflicht. Manche Paare tragen die Reihenfolge umgekehrt, andere wechseln sie im Alltag, wenn ein Ring zum Beispiel beim Sport oder in der Küche eher störend ist als der andere.

Wenn die Formen nicht zusammenpassen: der Kurven-Ring

Ein Verlobungsring mit hoher Fassung, etwa einem Solitär auf Krappen, oder mit einer geschwungenen Form lässt oft eine Lücke zum geraden Ehering, oder der Ehering scheuert am Stein. Genau dafür gibt es den Kurven-Ring, auch Contour-Ring genannt: ein Ehering, dessen Form sich der Kontur des Verlobungsrings anpasst, mit einer sanften Aussparung oder Biegung an der Stelle, wo die Fassung sitzt. So liegen beide Ringe eng aneinander, ohne dass Metall auf Metall reibt oder eine sichtbare Lücke bleibt. Ein Kurven-Ring wird im besten Fall auf den genauen Verlobungsring angepasst, deshalb lohnt es sich, beide Ringe gemeinsam anzuprobieren, bevor du dich für eine Form entscheidest, entweder direkt beim Kauf des Verlobungsrings oder spätestens bei der Wahl der Eheringe. Wie ihr die passende Grösse und Form für eure Eheringe findet, hängt also direkt mit dem Verlobungsring zusammen, den du bereits trägst.

Metall mischen: geht das überhaupt?

Ja, und viele Paare machen es bewusst. Gelbgold und Weissgold zusammen, oder Roségold neben Platin, ist längst kein Stilbruch mehr, sondern ein bewusster Look, solange die beiden Ringe farblich und in der Materialqualität zueinander passen. Wichtiger als exakt gleiches Metall ist meist, dass die Feingehalte zusammenpassen, also zum Beispiel beide Ringe in 750er Gold, damit sie sich im Alltag gleich verhalten und nicht unterschiedlich schnell abnutzen. Wer es lieber einheitlich mag, wählt den Ehering im selben Metall wie die Fassung des Verlobungsrings, das ist nach wie vor die häufigste und unauffälligste Lösung. Wer experimentieren will, kombiniert bewusst zwei Metalle als Statement, zum Beispiel einen schlichten Weissgold-Ehering unter einem Verlobungsring mit Roségold-Fassung.

Worauf du bei der Kombination achten solltest:

  • Reihenfolge: Ehering meist zuunterst, Verlobungsring darüber, aber keine feste Regel
  • Form: bei hoher Fassung oder geschwungenem Design lohnt sich ein Kurven-Ring
  • Metall: gleiche Feingehalte sorgen für gleichmässige Abnutzung, auch bei gemischten Farben
  • Breite: ein schmalerer Ehering wirkt neben einem auffälligen Verlobungsring oft ausgewogener
  • Anprobe: beide Ringe wenn möglich gemeinsam anprobieren, nicht nur einzeln

Was, wenn die Ringe schon fertig sind und nicht passen

Merkst du erst nach der Hochzeit, dass die beiden Ringe sich stören, der Verlobungsring zum Beispiel den Ehering verkratzt oder eine Lücke entsteht, ist das kein Beinbruch. Ein bestehender Ehering lässt sich in vielen Fällen nachträglich in Form bringen, oder du entscheidest dich, ihn nur zu besonderen Anlässen zusammen mit dem Verlobungsring zu tragen und im Alltag getrennt. Manchmal reicht schon eine kleine Anpassung der Innenseite, damit beide Ringe wieder ruhig nebeneinander liegen, ohne dass du gleich einen der beiden Ringe komplett neu machen lassen musst. Wichtig ist, dass sich beide Ringe gut anfühlen und du sie gern trägst, das ist am Ende wichtiger als eine perfekte technische Passform.

Wenn ihr eure Eheringe noch plant und wissen wollt, wie sie sich mit einem bestehenden oder künftigen Verlobungsring kombinieren lassen, bringt am besten beide Ringe oder zumindest genaue Masse zum Termin mit. Wir zeigen euch im Atelier in Zürich, welche Formen zusammenpassen, ob ein Kurven-Ring sinnvoll ist und welche Metallkombination zu eurem Stil passt. Auch die Frage, an welcher Hand ihr überhaupt den Verlobungsring tragt, klären wir gern gemeinsam, falls das noch offen ist.

Cemil Bayraktar
Cemil Bayraktar

Gründer von émin, Juwelier in Zürich

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