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émin

2026-09-03 · 5 Min.

Gelbgold, Roségold, Weissgold: Legierungen und Pflege

Gelbgold, Roségold, Weissgold: Legierungen und Pflege

Gelbgold, Roségold und Weissgold können denselben Feingehalt haben, zum Beispiel 750, und sehen trotzdem völlig unterschiedlich aus. Der Grund liegt in der Legierung: welche und wie viel Kupfer, Silber oder Palladium dem reinen Gold beigemischt wird, bestimmt die Farbe. Wir erklären dir hier, was die drei Goldfarben technisch unterscheidet und wie du jede davon im Alltag am besten pflegst.

Gelbgold: die klassische, wärmste Variante

Gelbgold kommt der Farbe von reinem Gold am nächsten, weil die Legierung meist zu etwa gleichen Teilen aus Silber und Kupfer besteht, ohne zusätzliche Aufhellung. Das Ergebnis ist ein warmer, satter Goldton, der mit der Zeit kaum verblasst, weil die Farbe direkt aus der Legierung kommt und nicht nachträglich aufgetragen ist. Gelbgold zeigt kleine Kratzer im Alltag sichtbarer als Weissgold, weil die glänzende Oberfläche Lichtreflexe stark betont, das lässt sich aber mit gelegentlichem Polieren beim Fachmann leicht ausgleichen.

Roségold: mehr Kupfer für den rosa Ton

Roségold entsteht, indem der Legierung deutlich mehr Kupfer beigemischt wird als bei Gelbgold, oft mit etwas weniger Silber im Verhältnis. Je höher der Kupferanteil, desto intensiver der rosa bis rötliche Ton, von einem zarten Rosé bis zu einem kräftigen Rotgold. Weil Kupfer ein vergleichsweise hartes Metall ist, gilt Roségold oft als robuster gegenüber Kratzern als reines Gelbgold, ideal für Ringe, die täglich getragen werden. Mit der Zeit kann der Farbton durch feine Oxidation an der Oberfläche minimal wärmer wirken, das ist normal und lässt sich durch Reinigen und gelegentliches Polieren auffrischen.

Weissgold: Palladium statt Gelbton, plus Rhodinierung

Weissgold entsteht, indem dem Gold vor allem Palladium oder, seltener, Nickel beigemischt wird, beides hellt die typische Gelbfärbung auf. In der Schweiz und der EU verzichten wir bei Weissgold auf Nickel und setzen auf Palladium, weil das die hautfreundlichere und ehrlichere Wahl ist. Auch mit hohem Palladiumanteil bleibt Weissgold von Natur aus leicht gelblich-grau, den strahlend weissen Ton, den man von Schaufenstern kennt, bekommt es erst durch eine hauchdünne Rhodiumschicht, die Rhodinierung. Diese Schicht nutzt sich über die Jahre ab, weshalb Weissgoldringe gelegentlich neu rhodiniert werden sollten, ein normaler und unkomplizierter Pflegeschritt, kein Zeichen von schlechter Qualität.

  • Gelbgold: Legierung aus Gold, Silber und Kupfer zu etwa gleichen Teilen, warmer Ton, Farbe verblasst nicht.
  • Roségold: mehr Kupfer als Gelbgold, rosa bis rötlicher Ton, vergleichsweise kratzfest.
  • Weissgold: Gold legiert mit Palladium, hell aber nicht rein weiss, braucht Rhodinierung für den strahlenden Ton.
  • Alle drei Farben gibt es in 585 und 750, der Feingehalt bestimmt den Goldanteil, nicht die Farbe.

Wie du die Legierung erkennst

Jedes Goldschmuckstück trägt eine kleine Punzierung, meist innen am Ring oder am Verschluss einer Kette, mit der Zahl des Feingehalts, 585 oder 750, manchmal ergänzt um ein Herstellerzeichen. Diese Punzierung ist keine Werbung, sondern eine verbindliche Angabe, an der du und jeder Fachhändler jederzeit nachvollziehen können, wie viel reines Gold tatsächlich im Stück steckt, unabhängig von der Farbe.

Pflege im Alltag, für alle drei Farben

Unabhängig von der Farbe gilt für Gold grundsätzlich: milde Seifenlauge und eine weiche Bürste reichen für die Reinigung zu Hause meist aus, aggressive Chemikalien wie Chlor solltest du vermeiden, weil sie die Legierung angreifen können. Ringe am besten vor Sport, Reinigungsarbeiten oder dem Eincremen der Hände abnehmen, das schont Fassung und Oberfläche gleichermassen. Eine ausführliche Anleitung, Schritt für Schritt, inklusive was du besser dem Fachmann überlässt, findest du in unserem Beitrag zur Ringpflege.

Welche Farbe zu welchem Ring passt

Am Ende ist die Wahl zwischen Gelb-, Rosé- und Weissgold vor allem eine Geschmacksfrage, technisch sind alle drei bei guter Verarbeitung langlebig. Gelbgold wirkt klassisch und warm, Roségold romantisch und modern zugleich, Weissgold kühl und dezent, besonders zu farblosen Diamanten. Auf unseren Seiten zu Verlobungsringen in Gelbgold, Weissgold und Roségold zeigen wir dir Modelle in jeder Farbe, damit du direkt siehst, welcher Ton am besten zu deiner Hand und deinem Stil passt.

Am Ende zählt nicht, welche Farbe objektiv die beste ist, sondern welche dir jeden Tag gefällt, wenn du auf deine Hand schaust. Viele Paare entscheiden sich übrigens bewusst für unterschiedliche Farben bei Verlobungsring und Ehering, oder mischen Weissgold-Fassung mit Gelbgold-Ring, das ist technisch unproblematisch, solange beide Legierungen hautverträglich sind. Komm im Atelier in Zürich Kreis 4 vorbei oder sprich mit uns per Video, wir legen dir alle drei Farben nebeneinander, damit du in echtem Licht siehst, welche zu dir passt.

Cemil Bayraktar
Cemil Bayraktar

Gründer von émin, Juwelier in Zürich

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