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émin

2026-09-03 · 5 Min.

IGI oder GIA: Was zählt bei Labordiamanten?

IGI oder GIA: Was zählt bei Labordiamanten?

Bei Labordiamanten bekommst du praktisch immer ein Zertifikat von IGI oder GIA, beide sind unabhängige, anerkannte Labore, die Schliff, Farbe, Reinheit und Gewicht nach denselben vier C prüfen. Der Unterschied liegt nicht in der Seriosität der beiden Labore, sondern in Verbreitung, Massstab und in kleinen, aber merkbaren Unterschieden bei der Einstufung von Labordiamanten. Was das für dich als Käuferin oder Käufer wirklich bedeutet, erklären wir hier ehrlich, ohne eines der beiden Labore schlechtzureden.

Zwei Labore, ein Ziel: Unabhängigkeit

Ein Zertifikat ist ein Versprechen von aussen. Weder IGI noch GIA verkaufen den Stein, den sie prüfen, deshalb hat keines der beiden Labore einen Vorteil davon, ihn schönzureden. Beide arbeiten nach dokumentierten Standards, beide messen dieselben vier Merkmale: Schliff, Farbe, Reinheit, Karatgewicht. Auf beiden Berichten steht bei Labordiamanten deutlich vermerkt, dass es sich um einen im Labor gewachsenen Stein handelt, oft ergänzt mit dem Verfahren, CVD oder HPHT. Was allgemein zu Zertifikaten gilt, erklären wir ausführlicher in unserem Grundlagenartikel zu IGI und GIA. Hier geht es um die Feinheiten, die speziell bei Labordiamanten eine Rolle spielen.

Wo IGI bei Labordiamanten die Nase vorn hat

IGI, das International Gemological Institute, ist bei Labordiamanten weltweit das mit Abstand meistgenutzte Labor. Fast jeder grössere Anbieter von Labordiamanten arbeitet mit IGI, entsprechend gross ist die Erfahrung des Labors gerade mit diesen Steinen. Der Bericht kommt meist schneller zurück als bei GIA, was sich in der Praxis auch im Preis für die Zertifizierung niederschlägt, ein Vorteil, der am Ende auch bei deinem Ring ankommt. Für Käuferinnen und Käufer heisst das: Bei Labordiamanten ist ein IGI-Zertifikat der Normalfall, kein Zeichen von geringerer Qualität.

Wo GIA konservativer bewertet

GIA, das Gemological Institute of America, gilt seit Jahrzehnten als die strengste Referenz der Branche, vor allem bei natürlichen Diamanten. Bei Labordiamanten ist GIA erst später eingestiegen, prüft aber inzwischen ebenfalls das volle Spektrum von Farbe und Reinheit. In der Branche macht man dabei häufig die Erfahrung, dass GIA bei Farbe und Reinheit tendenziell zurückhaltender einstuft als IGI, ein Stein, der bei IGI als VVS gilt, landet bei GIA manchmal eine Stufe darunter. Das bedeutet nicht, dass IGI ungenau arbeitet, sondern dass die beiden Labore ihre Massstäbe leicht unterschiedlich setzen. Wichtig ist deshalb: Vergleiche Steine immer innerhalb desselben Labors, nicht ein IGI-VS1 mit einem GIA-VS1, als wären sie exakt dasselbe.

Was auf dem Bericht wirklich steht

  • Karatgewicht, exakt auf Hundertstel gemessen.
  • Farbe, auf der Skala von D bis Z.
  • Reinheit, auf der Skala von FL bis I3.
  • Schliffqualität, Massse und Proportionen des Steins.
  • Fluoreszenz unter UV-Licht, falls vorhanden.
  • Eine Laserinschrift mit der Berichtsnummer, meist am Rand des Steins, oft mit einer Lupe sichtbar.
  • Ein deutlicher Vermerk, dass es sich um einen laborgewachsenen Diamanten handelt.

Wie du ein Zertifikat selbst online prüfst

Sowohl IGI als auch GIA führen eine öffentlich zugängliche Datenbank, in der du die Berichtsnummer eingeben kannst, entweder von der Laserinschrift auf dem Stein oder direkt vom Papier. Innert Sekunden siehst du, ob ein Bericht mit dieser Nummer tatsächlich existiert und ob Karat, Farbe, Reinheit und Schliff mit dem übereinstimmen, was auf deinem Zertifikat steht. Diese Prüfung dauert keine zwei Minuten und schützt dich vor gefälschten oder falsch zugeordneten Zertifikaten, ein Trick, der in der Branche leider immer wieder vorkommt, gerade bei Angeboten, die zu gut klingen, um wahr zu sein. Wir empfehlen dir, das bei jedem grösseren Kauf selbst zu tun, auch bei uns, denn ein Zertifikat, dem du nicht blind vertrauen musst, weil du es jederzeit selbst nachprüfen kannst, ist genau der Sinn der ganzen Übung.

Was für dich als Käufer wirklich zählt

Am Ende ist nicht die Frage IGI oder GIA die wichtigste, sondern ob überhaupt ein anerkanntes Labor geprüft hat und ob du verstehst, was auf dem Papier steht. Bei émin arbeiten wir je nach Stein mit beiden Laboren und erklären dir im Gespräch genau, was die Zeilen bedeuten, ohne Verkaufsdruck. Einen Überblick, wie ein IGI-Zertifikat aufgebaut ist und wie du es selbst prüfst, findest du auf unserer Seite zu IGI-zertifizierten Diamanten. Alles rund um Labordiamanten, von der Entstehung bis zur Zertifizierung, fassen wir auf unserer Übersichtsseite zu Labordiamanten zusammen.

Bring dein Zertifikat einfach mit, ob von IGI oder GIA, wir gehen es gemeinsam durch, Zeile für Zeile, bis du genau weisst, was du in der Hand hältst. Und falls du noch gar keinen Stein hast: Wir zeigen dir gern Beispiele aus beiden Laboren nebeneinander, damit du die kleinen Unterschiede selbst siehst, bevor du dich entscheidest.

Cemil Bayraktar
Cemil Bayraktar

Gründer von émin, Juwelier in Zürich

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