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émin

2026-09-03 · 5 Min.

Rhodinierung: was dein Weissgold-Ring wirklich braucht

Rhodinierung: was dein Weissgold-Ring wirklich braucht

Wenn dein Weissgold-Ring nach ein paar Jahren plötzlich einen Hauch gelblicher wirkt, ist das kein Fehler und keine schlechte Qualität, sondern völlig normal. Weissgold ist im Kern gelbes Gold, das mit einer hauchdünnen Schicht Rhodium überzogen wird, damit es den strahlend weissen Glanz bekommt, den du aus dem Geschäft kennst. Diese Schicht ist nicht für die Ewigkeit gemacht, und genau darum geht es in diesem Beitrag: was Rhodinierung ist, wie oft sie nötig ist und wie der Ablauf im Atelier aussieht.

Was Rhodinierung überhaupt ist

Rhodium ist ein extrem hartes, seltenes Metall aus der Platingruppe. In einem elektrochemischen Verfahren wird eine mikrometerdünne Schicht davon auf den Ring aufgetragen, ähnlich wie beim Verchromen, nur mit einem edleren Metall. Diese Schicht sorgt für den kühlen, spiegelnden Weissglanz, sie macht die Oberfläche zusätzlich härter und kratzfester, und sie ist der Grund, warum ein neuer Weissgold-Ring im Laden praktisch identisch mit Platin aussieht, obwohl das Grundmetall ein ganz anderes ist.

Alle ein bis drei Jahre: wie oft du auffrischen solltest

Wie schnell die Rhodium-Schicht abträgt, hängt stark vom Alltag ab. Wer Ringe im Haushalt, beim Sport oder in handwerksnahen Berufen trägt, sieht den Effekt schneller, weil mechanischer Abrieb die Schicht direkt angreift. Bei normalem Alltagstragen ist eine Auffrischung etwa alle ein bis drei Jahre üblich. Ringschienen, die aneinander reiben, etwa Verlobungsring und Ehering zusammen, oder Ringe an der aktiven Hand nutzen sich meist schneller ab als Ohrringe oder Anhänger aus Weissgold, die weniger Reibung abbekommen.

  • Anzeichen, dass eine Auffrischung ansteht: der Ring wirkt an manchen Stellen leicht gelblich oder mattgrau statt gleichmässig weiss.
  • Der Glanz lässt nach, obwohl der Ring frisch gereinigt ist.
  • Der Unterschied fällt vor allem im direkten Vergleich zu einem frisch getragenen Stück oder zu Platin auf.
  • Rein optisch, kein Grund zur Sorge: der Diamant oder Farbstein selbst verändert sich dabei nicht.

Nicht nur weiss: was Rhodium sonst noch bewirkt

Rhodium ist nicht nur eine kosmetische Schicht, sie hat auch einen praktischen Nutzen. Weil das Metall extrem hart ist, macht es die Oberfläche zusätzlich widerstandsfähiger gegen Kratzer, solange die Schicht noch intakt ist, ein frisch rhodinierter Ring bleibt darum eine Weile länger makellos als ein unbeschichtetes Metall es täte. Rhodium gilt ausserdem als sehr hautverträglich, was bei empfindlicher Haut ein zusätzlicher Vorteil sein kann, auch wenn die eigentliche Verträglichkeit vor allem von der Goldlegierung darunter abhängt, nicht allein von der Beschichtung. Bei émin verarbeiten wir Weissgold meist mit Palladium statt mit Nickel, gerade weil einige unserer Kundinnen und Kunden zu Hautreaktionen neigen, und das ist ein Gespräch, das wir schon vor der Wahl der Legierung führen, nicht erst danach. Die Rhodium-Schicht selbst spielt dabei eine kleinere Rolle als das Grundmetall, sie ist aber ein zusätzlicher Puffer, solange sie frisch ist, und ein Grund mehr, sie nicht zu lange aufzuschieben.

So läuft eine Rhodinierung im Atelier ab

Der Ring wird zuerst gründlich gereinigt und poliert, damit die neue Schicht auf einer wirklich glatten Oberfläche haftet. Kleine Kratzer werden dabei meist mitentfernt. Danach wird der Ring in ein Rhodium-Bad gehängt, ein schwacher elektrischer Strom lagert die neue, mikrometerdünne Schicht gleichmässig auf der gesamten Oberfläche ab. Zum Schluss wird poliert und kontrolliert, ob die Fassung und eventuelle Steine unversehrt sind. Für die meisten Ringe ist der Service innert weniger Tage erledigt, du kannst den Ring in dieser Zeit nicht tragen, das ist der einzige echte Aufwand für dich.

Was der Service kostet

Eine Rhodinierung ist im Vergleich zum Ring selbst ein kleiner, planbarer Betrag, deutlich günstiger als ein neuer Ring und meist überschaubarer als viele erwarten. Der genaue Preis hängt von der Ringgrösse, der Anzahl Steine, die beim Polieren geschont werden müssen, und davon ab, ob zusätzlich eine kleine Reparatur ansteht, etwa eine gelockerte Krappe. Wir nennen dir den Betrag immer vorab, bevor wir den Ring entgegennehmen, ohne Überraschung auf der Rechnung. Wie du deinen Ring zwischen den Auffrischungen zusätzlich schonst, etwa beim Sport oder im Haushalt, erklären wir Schritt für Schritt in unserem Beitrag zur Ringpflege.

Platin als Alternative, wenn du keine Auffrischung willst

Wenn dir das regelmässige Auffrischen zu aufwendig ist, ist Platin oft die naheliegende Alternative: es ist von Natur aus weiss und braucht keine Rhodium-Schicht, dafür ist es in der Anschaffung teurer und entwickelt mit der Zeit eine leicht mattierte Patina statt Hochglanz. Beide Metalle haben also einen Preis, den du zahlst, entweder beim Kauf oder über die Jahre bei der Pflege. Wie sich Platin und Weissgold im Detail unterscheiden, auch bei Gewicht und Alltagstauglichkeit, zeigen wir dir in unserer Weissgold-Übersicht und im Vergleich für Eheringe auf unserer Seite zu Eheringen in Weissgold.

Rhodinierung ist also kein Zeichen dafür, dass etwas an deinem Ring kaputt ist, sondern ein normaler, planbarer Teil der Pflege, wie ein Ölwechsel. Bring deinen Ring gern bei einem Termin im Atelier in Zürich Kreis 4 vorbei, wir prüfen kostenlos, ob eine Auffrischung ansteht, und sagen dir ehrlich, ob es sich schon lohnt oder noch Zeit hat.

Cemil Bayraktar
Cemil Bayraktar

Gründer von émin, Juwelier in Zürich

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